Happy Tanabata!

In den meisten Teilen Japans feiert man heute Tanabata (jap. 七夕), ein Volksfest, bei dem die Menschen ihre Wünsche für die Zukunft auf bunte Zettel (jap. tanzaku, 短冊) schreiben, und diese an Bambuszweige hängen. Das Fest entspringt einer alten Sage, die wahrscheinlich vor mehr als 2.000 Jahren von China nach Japan kam.

Es waren einmal eine Weberprinzessin namens Orihime  und ein Rinderhirte namens Hikoboshi. Orihimes Vater, der Himmelsgott, verheiratete die beiden miteinander. Sie waren sehr verliebt, und alberten den ganzen Tag miteinander herum, sodass sie ihre Arbeit vergaßen. Die Rinder wurden krank und der Himmelsgott bekam keine neuen Kleider mehr. Er wurde sehr wütend, und schließlich verbannte er Hikoboshi auf die andere Seite des Flusses Amanogawa. Nur an einem einzigen Tag im Jahr dürfen die beiden sich treffen: am siebten Tag des siebten Monats, den man Tanabata nennt.

Wörtlich bedeutet Tanabata „Siebter Abend“. Das Fest ist auch als Sternenfest bekannt. Laut Wikipedia treffen sich die beiden Sterne Wega und Altair an diesem Tag am Himmel, sind aber den Rest des Jahres durch die Milchstraße getrennt.

Sollte es an Tanabata regnen, wird der Fluss so groß, dass die beiden Liebenden ihn nicht überqueren können. Aus diesem Grund beten die Menschen nicht nur für sich selbst, sondern auch für gutes Wetter, damit Orihime und Hikoboshi sich treffen können.

Tanabata ist ein sehr buntes Fest, bei dem man Yukata trägt. Viele Städte veranstalten öffentliche Festivals, die mit der deutschen Kirmes zu vergleichen sind. Ich bin damals auf das Fest meiner Universität gegangen, natürlich stilecht in (geliehenem) Yukata. Es war eine waschechte Studentenveranstaltung, das Highlight war die Show des Barkeeper-Clubs, die auf einer Bühne ihre Fähigkeiten beim Showmixen zum Besten gaben.  Das folgende Bild fasst meine Tanabata-Erfahrung sehr gut zusammen:

Tanabata

Ein großartiges Motto! Ich bezweifle nur, dass den Textern bewusst war, was sie da schrieben. Leider regnete es an diesem Tanabata, was viele meiner Bekannten mit einem leicht enttäuschten Schulterzucken zur Kenntnis nahmen.

Tanabata ist eines meiner liebsten Matsuri (Feste). Die Sage ist bittersüß, und ich finde den Gedanken, dass eine ganze Nation diesen besonderen Tag feiert, sehr romantisch. Ich weiß schon, welche Geschichte ich dem Löwenkind heute Abend erzähle.

Weiterlesen:

Unbedingt bei Flickr nach „Tanabata“ oder „七夕“ suchen und staunen.

Hier kann man das traditionelle Tanabata-Lied Sasa no ha sarasara (dt. Die Bambusblätter rascheln) anhören und den Text auf japanisch und Englisch mitlesen.

Lafcadio Hearn (1905): The Romance of the Milky Way And Other Studies & Stories. Zu finden bei Project Gutenberg (auf Englisch).

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